Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner haben die Zeit.
Nach Südafrika – einem Land voller Vielfalt, Geschichte und Gegensätze – lohnt sich auch ein Blick über die Grenzen hinaus.
Direkt nördlich von Südafrika liegt ein weiteres faszinierendes Land: Namibia. Schon vor Tausenden Jahren lebten hier indigene Völker wie die San (Jäger und Sammler) und später die Nama und Herero, die Viehzucht betrieben. Von 1884 bis 1915 wurde aus Namibia Deutsch-Südwestafrika, eine Kolonie des German Empire. In dieser Zeit kam es zum grausamen Herero and Namaqua Genocide, bei dem Zehntausende Herero und Nama durch deutsche Truppen getötet wurden – eines der ersten Völkermorde des 20. Jahrhunderts. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm South Africa die Kontrolle über Namibia. Das Land wurde faktisch wie eine eigene Provinz behandelt, inklusive der rassistischen Apartheid-Politik. Die Befreiungsbewegung SWAPO kämpfte ab den 1960er Jahren gegen die südafrikanische Herrschaft – politisch und militärisch und am 21. März 1990 wurde Namibia unabhängig. Erster Präsident war Sam Nujoma.
Im Gegensatz zu Südafrika mit seinen großen Städten und dichten Bevölkerungszentren wirkt Namibia ganz anders: Es ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt und geprägt von weiten Landschaften, Wüsten und beeindruckender Natur.
Namibia ist zweieinhalbmal so groß wie Deutschland und die Bevölkerung spricht fast ein Dutzend Nationalsprachen und unzählige Dialekte. Namibia ist bekannt für seine roten Dünen, charmanten Küstenorte, Atilopen und Tüpfelhyänen.
Ein Platzproblem gibt es in Namibia nicht. Namibia hat ca. 3,2 Millionen Einwohner, das sind in etwa 4 Menschen pro km². Die meisten Einwohner leben den nördlichen Regionen und Windhoek. Somit sind fast 90% des Landes nahezu menschenleer.


